Packaging & Speciality Papers

Haptik für Finger, Hirn und Herz

Fischer Papier veredelt Algro Design Card mit fünf besonders emotionalen Prägungen.

Wer im schweizerischen Papiermarkt Erfolg haben möchte, der benötigt „einen langen Schnauf“, sagen eidgenössische Branchenkenner. Der Papiergroßhändler Fischer Papier AG aus St. Gallen behauptet sich in dem preissensiblen und wegen der Digitalisierung teils rückläufigen Marktumfeld äußerst erfolgreich. Dies beruht nicht nur auf der jahrzehntelangen Ausdauer bzw. Erfahrung, sondern vor allem auch auf der hohen Qualität, Kreativität und Innovation. Jüngstes Beispiel dafür sind fünf faszinierende Präge-Veredelungen des Algro Design Card Premium-Zellstoffkartons, mit denen der familiengeführte Sappi-Vertriebspartner jetzt sein Sortiment erweitert.

 

Haptische Antworten auf digitale Oberflächen

Das Phänomen der Digitalisierung sorgt bei vielen Managern der Papierindustrie für Sorgenfalten. Für Fischer Papier-Geschäftsführer Andreas Bernhard ist es vor allem eine spannende Herausforderung. „Wir leben in einer digitalisierten Welt“, analysiert er. „Die vollkommen glatten und funktionalen Oberflächen der digitalen Geräte bestimmen unseren Alltag und die Art, wie wir kommunizieren. Doch jedes Extrem erzeugt irgendwann einen Gegentrend: Beim Papier, aber auch in anderen Bereichen bemerken wir, dass die Menschen wieder nach Oberflächen suchen, die visuell und haptisch etwas auslösen“.

Der selbstbewusste Unternehmer besitzt aber nicht nur ein feines Gespür für Trends, sondern auch eine ausgeprägte Hands-on-Mentalität: „Prägungen sind ja nichts Neues oder gar Revolutionäres. Einige Zeit waren sie sogar out, stattdessen war kühle Glätte gefragt. Aber Prägungen lösen halt etwas aus – nicht nur zwischen den Fingern, sondern auch im Hirn und im Herz, also dort, wo Werbebotschaften landen sollen. Und da haben wir gesagt: ‚Komm, lass uns Algro Design Card von Sappi nehmen und dieses Produkt prägen – ganz einfach!'“

 

Vom Interior Design inspiriert

Weit weniger einfach machte es sich Bernhard, sobald es um die Auswahl und die Ausführung der Prägungen ging. So erkundete er intensiv, welche Oberflächen-Trends sich aktuell im Interior Design und in der Innenraumgestaltung von Oberklasse-Automobilen abzeichnen.

Algro-Leather2Algro-Wood2

Fischer Papier hat sich zum Beispiel bei der Leder-Prägung von Algro Design Card für ein edles italienisches Anilinleder als Vorlage entschieden, das zugleich auch über eine markante Struktur verfügt.

Ähnlich detailversessen verfuhr man bei der Entwicklung der übrigen Prägestrukturen für den Zellstoffkarton: für die Holz-Prägung diente deutsche Hütteneiche als Vorbild, für die Leinen-Prägung belgischen Leinenstoff und für die Stein-Prägung Tessiner Granit.

Algro-Stone2Algro-Linen2

 

Geprägter Karton als Gesprächsstoff

Fischer Papier hat für die hochwertigen Prägeveredelungen fünf 70 Zentimeter breite Prägezylinder angeschafft. Für Andreas Bernhard ist das nicht nur eine Investition in Produktionsmittel, sondern vor allem auch in zukünftige Kundengespräche. „Als Papierhändler hat man ein umfassendes Basis-Sortiment. Über das redet man nicht, das hat man einfach. Ins Gespräch kommt man dagegen über solche Nischen-Produkte, die aber den großen Trend repräsentieren – darüber kann ich mit jedem Grafik-Designer intensiv reden“. Den Einsatzzweck dieser besonders raffiniert veredelten Premium-Zellstoffkartons sieht Bernhard überall dort, wo auf emotional hohem Niveau verpackt und kommuniziert wird – von der exklusiven Praliné-Verpackung bis hin zur eleganten Glückwunschkarte.

 

Das haptische Zeitalter

„Wir gehen in ein Zeitalter, in dem das Erleben mit dem Tastsinn wieder sehr viel wichtiger wird“, ist der „homo papyricus hapticus“ (Bernhard über Bernhard) überzeugt. Die Leder-, Holz-, Stein-, Leinen- und Mikro-Prägung von Algro Design Card seien für ihn erst ein Anfang. Im zweiten Schritt sind metallisierte Vintage-Oberflächen in Bronze und Altgold für die Premium-Zellstoffkartons von Sappi geplant. Auch über textilartige Oberflächen hat Bernhard schon nachgedacht. „Und wenn wir könnten, würden wir diese Kartons auch mit den dazu passenden Gerüchen und Geräuschen veredeln“, lacht er. Bei Fischer Papier handelt man eben nicht nur mit Papier, sondern auch mit Begeisterung.

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Fischer Papier AG

Andreas Bernhards Vater Rolf übernahm Fischer Papier 1983 mit 3 Mitarbeitern und einem Umsatz von 800.000 Franken. Daraus entwickelte sich ein Unternehmen, das heute mit 280 Mitarbeitern einen Umsatz von 150 Millionen Franken erzielt und als Top-3-Anbieter in der Schweiz über 10.000 Papierartikel im Sortiment bereithält. Neben dem Stammsitz in St. Gallen betreibt das Unternehmen ein weiteres Logistikzentrum in Fulenbach (Solothurn), so dass Kunden in der gesamten Schweiz zweimal täglich mit den gewünschten Produkten beliefert werden können. Ökologie steht auf der Agenda des Unternehmens ganz oben: Fischer Papier hat zum Beispiel als erstes Papierhandelshaus in Europa eine Holzschnitzelheizung installiert. Heute werden beide Standorte mit Holzabfällen aus Druckereien beheizt.

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